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title: TUQTULI – Zeichen setzen
date: 2024-01-27T17:58:00+01:00
author: admin
canonical_url: "https://www.juligudehus.net/tuqtuli-zeichen-setzen"
section: Einträge
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# TUQTULI – Zeichen setzen

 - waseine poten­tielle Weltbewegung
- folgen[face­book](https://www.facebook.com/profile.php?id=61557114759155), [Insta­gram](https://www.instagram.com/tuqtuli/), [LinkedIn](https://www.linkedin.com/company/tuqtuli/), [mastodon](https://typo.social/@tuqtuli)
- mehrVor­trag »[gute Zei­chen, schlech­te Zei­chen](https://www.youtube.com/watch?v=fKiD9wbxzVs)«, ein Spa­zier­gang durch eine ganz eige­ne Welt, Inter­view N° 127 im DDcast »[Icon spell: visuelle Welt­sprache](https://www.ddc.de/de/magazin/ddcast.php#ddcast-127)«, Vor­trag »[Icon spell – Schwar­min­tel­li­genz als Tur­bo­la­der ein­er visu­el­len Welt­spra­che](https://www.youtube.com/watch?v=_NeDzRIp388&t=0s)«, »[Update Juli 2024: wie meine Idee ein­er visuellen Welt­sprache dieses Jahr ins Rollen kommt](https://www.youtube.com/watch?v=jihdOGXfwCE)« und Vor­trag »[Icon spell – boost­ing a glob­al lan­guage by col­lab­o­ra­tive intel­li­gence](https://www.youtube.com/watch?v=_N7wBBiXZvo&list=PLBEJL3oeA6U6-WMyZCY7yMKRhzZnCRsIN&index=14)« auf der von der British Acad­e­my beschirmher­rten inter­na­tionalen Sym­bol Group Konferenz
 
- [Sprache](https://www.juligudehus.net/sprache)
- [Workshops](https://www.juligudehus.net/workshops)
- [Zeichen](https://www.juligudehus.net/zeichen)
 
  ## TUQ­TU­LI ist ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Prin­zip, bei dem Zei­chen anein­der­ge­reiht wer­den wie Wor­te. Es ist prak­tisch, wenn eine gemein­sa­me Spra­che, eine Dol­met­sche­rin und Über­set­zungs-Apps feh­len – auf Rei­sen, mit Geflüch­te­ten, im Zusam­men­hang mit huma­ni­tä­rer Hilfe.

## TUQ­TU­LI lädt so vie­le unter­schied­li­che Men­schen wie mög­lich ein, die­se neue Art der welt­wei­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on mit­zu­ge­stal­ten. Auch Dich!

## Das Pro­jekt star­te­te 2024 und war seit­her auf Kon­fe­ren­zen, Fes­ti­vals und an Hoch­schu­len in Bel­gi­en, Deutsch­land, Japan und USA.

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Sich mit­ein­an­der ver­stän­di­gen zu kön­nen, ohne die­sel­be Spra­che zu spre­chen? Ein Menschheitstraum!

Viel­leicht rein visu­ell? Unab­hän­gig von gespro­che­nen Spra­chen? War­um nicht anhand unse­rer zeit­ge­nös­si­schen Hie­ro­gly­phen: Pik­to­gram­me, Logos, Icons und Sym­bo­le? In Anein­an­der­rei­hung lie­ßen sich mit sol­chen Kurz­bot­schaf­ten län­ge­re Bot­schaf­ten kom­mu­ni­zie­ren. Auf die­se Idee kam ich als Stu­den­tin und über­setz­te die [Schöp­fungs­ge­schich­te](https://www.juligudehus.net/genesis). Mitt­ler­wei­le weiß ich, dass außer mir wei­te­re Leu­te die­se Idee hat­ten. Unab­hän­gig von­ein­an­der. In ver­schie­de­nen Län­dern und Zeiten.

Alle frü­hen Kul­tu­ren kom­mu­ni­zier­ten mit­tels anein­an­der­ge­reih­ter Bild­zei­chen. Von die­sen dürf­ten die ägyp­ti­schen Hie­ro­gly­phen am bekann­tes­ten sein. Wer hät­te gedacht, dass es unzäh­li­ge Gene­ra­tio­nen spä­ter neue Ansät­ze dazu geben könn­te? Seit Beginn des 20. Jahr­hun­derts nimmt ihre Zahl zu. Die­se Idee will offen­bar lau­fen ler­nen und die Welt sehen!

Von Ein­zel­per­so­nen ent­wi­ckel­te (pik­to­gra­phi­sche) Uni­ver­sal­spra­chen blie­ben bis­lang jedoch erfolg­los, weil der Anreiz, sie zu ler­nen und zu benut­zen zu gering war

## Den­noch.

Eine inter­na­tio­nal ver­ständ­li­che, visu­el­le Spra­che wird heu­te im Sin­ne von Völ­ker­ver­stän­di­gung viel­leicht drin­gen­der gebraucht denn je. Wäh­rend um uns her­um alles zuneh­mend in Bewe­gung ist, sind wir ziem­lich sprach­los. Unsi­cher­heit domi­niert Men­schen, Unter­neh­men, Insti­tu­tio­nen und Regie­run­gen. Grä­ben zwi­schen Men­schen, Kul­tu­ren und Natio­nen ver­tie­fen sich. Eine sol­che Zeit des Umbruchs, mei­ne ich, ist eine gute Zeit für neue Ideen.

Die Zeit dafür scheint über­reif, denn inzwi­schen sind die Umstän­de dafür güns­ti­ger denn je. Com­pu­ter, Smart­phones und Inter­net brach­ten eine Flut von Zei­chen mit sich. Sie machen es erst­mals mög­lich, Sym­bo­le nicht nur selbst zu zeich­nen, son­dern auch aus­zu­wäh­len und zu »über­set­zen«. Die welt­wei­te Ver­net­zung unüber­seh­bar vie­ler Men­schen erlaubt zudem auf nie dage­we­sen ein­fa­che Wei­se in kur­zer Zeit vie­le, unter­schied­lichs­te Intel­li­gen­zen zu mobi­li­sie­ren. Eine – der­zeit an Fahrt auf­neh­men­de – Form: künst­li­che Intelligenz.

## Also, viel­leicht gibt es einen Weg.

War­um nicht Schwarm­in­tel­li­genz als Tur­bo­la­der einer visu­el­len Welt­spra­che ein­set­zen? Alle leben­den Spra­chen sind ja das Werk vie­ler. Je mehr eine Spra­che benutzt und berei­chert wird, des­to ver­ständ­li­cher und leben­di­ger wird sie.

Dar­um mei­ne Idee, Men­schen aus den ver­schie­dens­ten Sozio­to­pen, Bran­chen, Gene­ra­tio­nen, Spra­chen und Kul­tu­ren als Ent­wer­fe­rin­nen und Tes­ter ein­zu­la­den. Alle, die einen Stift hal­ten kön­nen, kön­nen mit­ma­chen. Alle Teil­neh­men­den wären Expert\*innen – für ihren eige­nen Erfah­rungs­ho­ri­zont und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil. Aus der Fül­le könn­ten die geeig­nets­ten »visu­el­len Voka­beln« und eine »Pik­to­gram­ma­tik« sich nach und nach her­aus­kris­tal­li­sie­ren. Ich stel­le mir das als orga­ni­schen Pro­zess mit offe­nem Aus­gang vor.

Mit mei­nem Tuq­tu­li Pro­jekt will ich Pop­kul­tur unse­rer Zeit mit imma­te­ri­el­lem Kul­tur­er­be zusam­men­brin­gen. Da jede Kul­tur ihre eige­nen Bild­zei­chen hat, kön­nen deren Ver­gleich und Dis­kus­si­on hel­fen, ein Bewusst­sein für Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­de zu schär­fen. Es könn­te dazu bei­tra­gen, Grä­ben zu über­brü­cken. Mit der Zeit könn­te das Tuq­tu­li Pro­jekt durch sämt­li­che Welt­ge­gen­den wan­dern bis es zum Selbst­läu­fer und selbst­ler­nen­den Sys­tem wird.

## Aber kann das funktionieren?

Expe­ri­men­te wären kei­ne, wenn sich ihre Ergeb­nis­se vor­her­sa­gen lie­ßen. Also, war­um es nicht ver­su­chen und schau­en, was pas­siert? Ich mei­ne, Bild­zei­chen-Kom­mu­ni­ka­ti­on hat nicht nur eine lan­ge Geschich­te, son­dern mög­li­cher­wei­se auch in Zukunft viel vor.

Viel­leicht mehr noch als in deren Anwen­dung läge die Rele­vanz mei­nes Pro­jekts in dem damit ein­her­ge­hen­den Aus­tausch. Die­ser kann gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis und unver­hofft Ver­bin­dun­gen för­dern. Eine Chan­ce, Demo­kra­tie zu stär­ken und letzt­lich Frie­den zu stiften

## Ein Anfang ist gemacht.

In eini­gen [Work­shops](https://www.juligudehus.net/workshops) ließ ich bereits Stu­die­ren­de Begrif­fe und Tex­te in Zei­chen über­set­zen, zuletzt an der Hoch­schu­le für Gestal­tung in Schwä­bisch Gmünd im inter­na­tio­na­len Mas­ter mit Stu­die­ren­den aus Mexi­ko, der Ukrai­ne und Korea. In mei­nen Aus­stel­lun­gen im [Muse­um für Gestal­tung Zürich](https://www.juligudehus.net/am-anfang-war-das-zeichen) und im [Muse­um für Druck­kunst Leip­zig](https://www.juligudehus.net/im-wahrsten-sinne-des-zeichens) lud ich Besucher\*innen ein, mei­ne Bild­zei­chen-Über­set­zung der »Gene­sis« in Form eines Rie­sen­puz­zles auf 30 m² gedank­lich nach­zu­voll­zie­hen und eige­ne Zei­chen zu abs­trak­ten Begrif­fen wie »mor­gen« oder »nur« zu ent­wer­fen. Die Ergeb­nis­se wur­den an einer »Roset­ta Board« beti­tel­ten Pin­wand gezeigt.

Im Som­mer­se­mes­ter arbei­te­te ich an der eco­sign Aka­de­mie in Köln erst­ma­lig mit Stu­die­ren­den an visu­el­lem Voka­bu­lar und einer Pik­to­gram­ma­tik. Neun von ihnen gaben im April mit mir und [Karel van der Waar­de](http://graphicdesign-research.com/Karel/index.html) (Brüs­sel) zusam­men den aller­ers­ten Tuq­tu­li Work­shop beim [New Euro­pean Bau­haus Fes­ti­val](https://new-european-bauhaus.europa.eu/festival/fest/icon-spell-d_en) im Musée Art et His­toire in Brüs­sel. Men­schen aller Alter aus 26 Län­dern und ver­schie­dens­ter Beru­fe arbei­te­ten an visu­el­len Über­set­zun­gen aus­ge­wähl­ter Begrif­fe und Sät­ze. Immer wie­der bran­de­ten Gesprä­che auf. Es mach­te allen Betei­lig­ten sicht­lich Spaß. Ein ful­mi­nan­ter Projektstart!

In einem Was­ser­schloss bei Mei­ßen war ich mit die­sem Work­shop im Mai auf der [Inter­dis­zi­pli­nä­ren Pfingst­ta­gung](https://www.juligudehus.net/interdisziplinare-pfingsttagung) zu Gast. Ihr dies­jäh­ri­ges The­ma war »Was wäre, wenn«.

Mit Lui­sel­la Strö­be­le und ihrem Label [icke, Ber­lin](https://icke-berlin.de/) lud ich im Juni im Rah­men von [48 Stun­den Neu­kölln](https://48-stunden-neukoelln.de/de/programm/workshop-icon-spell-on-t-shirts) dazu ein, Zei­chen und Zei­chen-Sät­ze zum The­ma »urba­ne Stil­le« zu ent­wer­fen. Die – über­ra­schend inter­na­tio­na­len – Teil­neh­men­den konn­ten ihre Bot­schaf­ten anschlie­ßend auf T‑Shirts über­tra­gen und sich damit foto­gra­fisch doku­men­tie­ren lassen.

Anfang Sep­tem­ber gab Nata­lia Ham­mer­meis­ter, eine mei­ner Stu­den­tin­nen aus Köln, dort zum Semes­ter­start bei einem inter­nen Rund­gang selbst einen Tuq­tu­li Workshop.

Im Sep­tem­ber sprach ich bei einer inter­na­tio­na­len Online-Kon­fe­renz der [Sym­bol Group](https://www.symbol-group.org/) über mei­ne Visi­on. An den zwei Tagen ging es um »Icons for Socie­ty: Past, Pre­sent and Future«. Gast­ge­be­rin war die [Bri­tish Aca­de­my](https://www.thebritishacademy.ac.uk/events/british-academy-conferences/symbol-24-icons-for-society-past-present-and-future/). Gleich im Anschluss dar­an gab ich im [Goe­the Insti­tut in San Fran­cis­co](https://www.goethe.de/ins/us/de/sta/sfr.html) meh­re­re Tuq­tu­li Work­shops, einen davon im Pro­gramm des ers­ten Fes­ti­vals der Dele­ga­ti­on der Euro­päi­schen Uni­on im Gol­den Gate Park.

Im Okto­ber gab ich einen wei­te­ren Tuq­tu­li Work­shop an der [Media Uni­ver­si­ty of Appli­ed Sci­en­ces](https://www.media-university.de) in Berlin.

Im Dezem­ber war ich im [Reich der Zei­chen](https://www.suhrkamp.de/buch/roland-barthes-das-reich-der-zeichen-t-9783518110775). Die [Dōs­hi­sha joshi dai­ga­ku](https://www.dwc.doshisha.ac.jp/english/faculty_dep_info/liberalarts), eine Kunst­hoch­schu­le in Kyo­to, ver­an­stal­te­te dort eine Kon­fe­renz zu Kli­ma­wan­del und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Im Zuge des­sen gab ich beglei­tend einen Tuq­tu­li Work­shop. Zudem wur­den mei­ne Arbei­ten zu, mit und aus [Zei­chen](https://www.juligudehus.net/zeichen) aus­ge­stellt. Resul­tat mei­ner Arbeit als artist in resi­dence sind zwei Seri­en – eine, die [die japa­ni­sche Flag­ge](https://www.juligudehus.net/%C3%BCberall-die-japanische-flagge-sehend) the­ma­ti­siert und eine, in der ich [Logos japa­ni­scher und deut­scher Fir­men](https://www.juligudehus.net/deutsch-japanische-fusionen) mit­ein­an­der vereinige.

In der Zwi­schen­zeit recher­chier­te, schrieb, gestal­te­te und publi­zier­te Edgar Walt­hert die­ses Klein­od von Publi­ka­ti­on über pik­to­gra­fi­sche Spra­chen – dar­un­ter auch mein Tuq­tu­li Pro­jekt. Sei­ne »[Uto­pian Quest for a Pasig­ra­phy](https://boldmonday.com/products/posters)« und damit auch mein Tuq­tu­li Pro­jekt sowie mei­ne »[Gene­sis](https://www.juligudehus.net/genesis)« waren bis Mai in Richard Nies­sens Aus­stel­lung »[Der Palast des typo­gra­fi­schen Mau­er­werks](https://www.museumangewandtekunst.de/de/besuch/ausstellungen/der-palast-des-typografischen-mauerwerks/)« im Muse­um Ange­wand­te Kunst in Frank­furt a.M. zu sehen.

Den jüngs­ten Tuq­tu­li Vortrag+Workshop gab es Ende Juli beim [Forum Typo­gra­fie](http://www.forum-typografie.de/), die­ses Jahr zum The­ma »Leich­te Typo­gra­fie«, in Oberschwaben.

## Was kommt als nächstes?

Den nächs­ten TUQ­TU­LI Work­shop gebe ich am 16. Okto­ber von 14 bis 17 Uhr in der [Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin](https://blog.sbb.berlin/termin/tuqtuli-16-10-25/).

Am 31. Okto­ber stel­le ich das Pro­jekt wäh­rend des [Pen­dant l’apé­ro design](https://www.instagram.com/p/DKZhL6Bsd_n/?img_index=1) bei [Le Porte­mi­ne](https://www.leportemine.fr/?fbclid=PAZXh0bgNhZW0CMTEAAadd0c5vOkQaZgq-V2mEYAYmCsmsjBOWJ4rW3Vb4mt9SGKlEafur8X-NveDYCQ_aem_cv3l70R6nL-jLODiniRL0Q) in Cler­mont-Fer­rand vor. Anschlie­ßend fah­re ich mit mei­nem Gast­ge­ber [Loïc Mar­leix](https://www.instagram.com/designbrouhaha/) nach Paris, wo wir uns mit [Oli­vi­er Mor­in](http://www.institutnicod.org/membres/membres-statutaires/morin-olivier/?lang=fr), [Edgar Walt­hert](ewalthert.com) und eini­gen ande­ren tref­fen, die wie wir an pik­to­gra­fi­schen Spra­chen arbei­ten und forschen.

Anfang Novem­ber gebe ich einen TUQ­TU­LI-Work­shop an der Hoch­schu­le für Gestal­tung Schwä­bisch Gmünd.

Für eine ers­te Tuq­tu­li Ausstellung+Experiment konn­te ich das [Deut­sche Muse­um](https://www.deutsches-museum.de) in Mün­chen gewin­nen. Seit Coro­na und Ukrai­ne-Krieg sind deren finan­zi­el­le Mit­tel jedoch dras­tisch redu­ziert. Wir stel­len der­zeit ent­spre­chen­de Förderanträge.

Soll­test Du Ideen, Vor­schlä­ge, Rat oder Unter­stüt­zung für mein Pro­jekt und mich haben, soll­test Du Lust haben mit­zu­wir­ken, freue ich mich auf Dei­ne [Mail](mailto:mail@juligudehus.net)!

 

  

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