»Meine Spezialität ist
das Besondere.«

Juli Gudehus

»Wir müssen reden.« | Methoden-Workshop

Die eige­ne Wahr­neh­mung von Gestal­tung sprach­lich zum Aus­druck zu brin­gen, ist nicht ein­fach. Urtei­len ist noch schwie­ri­ger. Das geht nicht nur vie­len (ange­hen­den) Gestal­tern so, son­dern meis­tens auch ihren Auf­trag­ge­bern. Es gibt kein Maß, auf dem wir einen gestal­te­ri­schen Wert able­sen könn­ten. Das betrach­te ich als gro­ße Chan­ce. Je mehr und dif­fe­ren­zier­ter man näm­lich über das Wahr­ge­nom­me­ne spricht, des­to wacher der Blick und des­to kun­di­ger das Urteil. Auf bei­den Sei­ten. Reden ist Gold.

Dar­um legen wir in die­sem Metho­den-Work­shop Wor­te auf die Gold­waa­ge. Gegen­stand die­ser Sprech­stun­den ist Gestal­tung aller Art, unschein­bar oder auf­fal­lend, mehr und weni­ger kom­plex. Wir neh­men ver­schie­de­ne Blick­win­kel ein, tes­ten, beleuch­ten Eigen­schaf­ten, Wir­kung und Kon­text. Wir fra­gen nach Ange­mes­sen­heit, den­ken laut und sagen, was über­haupt Sache ist. 

Es geht um nüch­ter­ne Wahr­neh­mung und um per­sön­li­ches Emp­fin­den – sowie dar­um, das tun­lichst aus­ein­an­der zu hal­ten. Wir stel­len fest, was von bei­dem wir zur Spra­che brin­gen kön­nen und wägen ab, wie wir das sagen kön­nen. Und wem. Sach­lich, kon­kret und respekt­voll. Kri­tik üben lässt sich üben. Es ist hilf­reich, sich und sei­ne Arbeit gut ver­kau­fen zu kön­nen, das Gegen­über für dumm dage­gen nicht. 

Wir eig­nen uns die Welt ganz wesent­lich auch durch Spra­che an. Das gilt eben­so für den Teil der Welt, in dem wir uns beruf­lich bewe­gen. Kla­rer for­mu­lier­te Auf­ga­ben­stel­lun­gen erhö­hen die Wahr­schein­lich­keit frucht­ba­rer Zusam­men­ar­beit. Über gestal­te­ri­sche Arbeit kun­dig zu spre­chen und zu schrei­ben, kommt Auf­trag­ge­be­rin­nen und Gestal­tern sowohl per­sön­lich zugu­te als auch dem Anse­hen und Ver­ständ­nis des Design im allgemeinen. 

Ablauf

Prak­ti­sche Übun­gen wech­seln mit theo­re­ti­schen Exkur­sen und Kurz­vor­trä­gen mei­ner­seits. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer arbei­ten in der Grup­pe, zu zweit und ein­zeln an von mir Gege­be­nem und selbst Mit­ge­brach­tem. Auf unter­schied­li­che Wei­se geht es immer wie­der dar­um, zu beschrei­ben, zu umschrei­ben, zu schrei­ben, zu spre­chen und zuzu­hö­ren. Wir schau­en, lesen, füh­len, pro­bie­ren aus und dis­ku­tie­ren gemein­sam. Spiel und Ernst gehen Hand in Hand.

Ziel

Schär­fung der Wahr­neh­mung und Berei­che­rung des eige­nen ver­ba­len Instru­men­ta­ri­ums. Eine Infu­si­on von Pro­blem­be­wusst­sein, Erkennt­nis­ge­winn, Dif­fe­ren­ziert­heit und Urteils­fä­hig­keit. Schu­lung dar­in, Anfor­de­run­gen und Umstän­de zu klä­ren, um ein »Brie­fing« (mit zu) for­mu­lie­ren, das adäqua­te gestal­te­ri­sche Lösun­gen erlaubt. Trai­ning der sprach­li­chen Fähig­kei­ten, um die eige­ne Posi­ti­on inte­ger ver­tre­ten zu kön­nen und durch schlüs­si­ge Argu­men­te zu überzeugen.

Kom­pa­ti­bi­li­tät

Ich kom­me gern auch zu Dei­ner Hoch­schu­le, Agen­tur, Insti­tu­ti­on, Fir­ma. Schreib mir ein­fach ein Mail, damit wir Details und Ter­mi­ne abstim­men können.

Ich fand die­sen gesam­ten Work­shop wahn­sin­nig berei­chernd. Dass man mehr auf sich selbst ach­tet – wie man kom­mu­ni­ziert. Ich neh­me für mich mit, dass ich über­haupt mehr reden soll­te. Dass das wich­ti­ger ist, als ich dach­te. Auch, dass ich mehr dar­über nach­den­ken soll­te, was ich wie aus­drü­cke. Aber haupt­säch­lich soll­te ich wirk­lich mehr reden.

Sarah, Studentin im Master, Bielefeld

Es war ins­ge­samt impuls­ge­bend. Inten­siv. Was ich auch auf jeden Fall mit­neh­me, ist der Sen­der-Emp­fän­ger-Check. »Ist wirk­lich das ange­kom­men, was ich gesagt habe? … Dass sich jeder in der Ver­ant­wor­tung sehen soll­te, das zu über­prü­fen. Ich mer­ke, dass ich teil­wei­se von so vie­lem ein­fach aus­ge­he, von dem ich nicht aus­ge­hen kann. Da will ich jetzt acht­sa­mer sein.

Lea, Studentin im Master, Bielefeld

Für mich sel­ber neh­me ich auf jeden Fall mit, dass ich erstaun­lich viel zu sagen habe. Auch über Din­ge, wo ich erst mal den­ke: »Hm. Was kann ich dazu schon groß sagen?« Dass es sich lohnt, sich die Sachen genau anzu­schau­en und die rich­ti­gen Fra­gen zu stellen.

Julia, Studentin im Master, Bielefeld

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